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Wie groß sollte Ihre PV-Anlage sein?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir zunächst klären, was genau für uns wichtig ist und welche Erwartungen wir an die PV-Anlage haben. Geht es um Wirtschaftlichkeit – ein Begriff, der je nach Kunde unterschiedlich verstanden wird: etwa als gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, als Senkung der Stromkosten, als schnelle Amortisation oder als potenzielle Einkommensquelle? Für viele ist jedoch die Unabhängigkeit und Autarkie der entscheidende Faktor. Manche entscheiden sich auch aus Sorge vor einem möglichen Stromausfall für eine Photovoltaikanlage.

Als Faustregel gilt: Ihre Anlage sollte etwa 50 % mehr Strom produzieren als Ihr jährlicher Verbrauch beträgt. Das funktioniert besonders gut, wenn Sie etwa 30 bis 40 % Ihres Stroms tagsüber nutzen und den Rest in den Abendstunden.

 

Falls Sie Ihr Haus mit Strom heizen – etwa mit einer Wärmepumpe oder einer Stromheizung – sollten Sie berücksichtigen, dass der Heizstrom überwiegend in den kalten Monaten benötigt wird, wenn die Tage kürzer sind und die Anlage entsprechend weniger Strom produziert. In diesem Fall ist es sinnvoll, die PV-Anlage so zu dimensionieren, dass sie etwa 80 % mehr Strom als Ihren Jahresverbrauch erzeugt.

E-Mobilität & Wallbox

Falls Sie ein E-Auto besitzen, sollten Sie es möglichst mit Solarstromüberschuss laden und nicht aus dem Stromspeicher.

 

Wird das Fahrzeug jedoch erst abends angeschlossen, wenn die PV-Anlage keinen Strom mehr produziert, kann ein Elektroauto mit einer 50-kWh-Batterie einen 10-kWh-Speicher innerhalb kurzer Zeit vollständig entladen – anschließend wird wieder Strom aus dem Netz bezogen.

 

Achten Sie daher darauf, dass Wechselrichter und Wallbox idealerweise vom selben Hersteller stammen, damit eine optimale Kommunikation gewährleistet ist

Verschiedene Komplettlösungen bieten jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile. Welche Eigenschaften für Sie tatsächlich relevant sind und welche eher verzichtbar, lässt sich am besten durch einen sorgfältigen Angebotsvergleich und eine fundierte Auswertung der vorliegenden Angebote ermitteln.

Die optimale Planung Ihrer PV-Anlage

Energieneutralität beginnt bei der Eigenstromerzeugung. Doch wie groß sollte Ihre Anlage sein? Wir klären die wichtigsten Faktoren für Wirtschaftlichkeit, Autarkie und Sicherheit.

Effiziente Stromspeicher

Der Stromspeicher sollte weder zu klein noch zu groß ausgelegt sein. Als Orientierung gilt eine Kapazität von etwa 80 bis 120 % der PV-Anlagenleistung. Die konkrete Größe hängt davon ab, wie viel Reserve Sie für den Notfall vorhalten möchten und ob Sie dynamische Stromtarife nutzen.

Eine zentrale Regel bei der Bestimmung der passenden Speicherkapazität lautet: Der Speicher sollte regelmäßig vollständig geladen werden können – andernfalls handelt es sich um eine unnötige Investition.
Beispiel: Sie haben einen Jahresverbrauch von 3.500 kWh (durchschnittlich 9,6 kWh pro Tag), eine 5-kWp-Anlage mit einem Jahresertrag von rund 4.800 kWh sowie einen Stromspeicher mit einer Kapazität von 10 kWh. Ihr Stromverbrauch ist im Sommer deutlich geringer (ca. 6,3 kWh pro Tag) als im Winter (ca. 12,9 kWh pro Tag), während die Anlage aufgrund der längeren Tage im Sommer deutlich mehr Energie liefert. Dadurch kann der Speicher in den Sommermonaten vollständig geladen werden, während gleichzeitig ein Teil des gespeicherten Stroms genutzt wird. Im Winter hingegen zeigt sich das gegenteilige Bild: Der Speicher kann häufig nicht einmal vollständig geladen werden.

Übrigens: Es ist auch möglich, einen Stromspeicher zur Reduzierung des Strombezugs ohne eigene PV-Anlage zu nutzen – beispielsweise in einer Mietwohnung durch Energy Sharing und/oder in Kombination mit dynamischen Stromtarifen.

Das EMS: Das Gehirn Ihrer Anlage
  • Ein zentraler Bestandteil jeder modernen PV-Anlage ist das Energiemanagementsystem (EMS). Es sorgt dafür, dass PV-Anlage, Wechselrichter, Stromspeicher, Wallbox, Wärmepumpe und weitere kompatible Geräte miteinander kommunizieren. Dadurch können Sie den Stromfluss nicht nur überwachen, sondern auch gezielt steuern. Die meisten Systeme ermöglichen es Ihnen, Prioritäten eigenständig festzulegen – ohne Unterstützung durch einen Techniker. Das bedeutet: Sie entscheiden, wohin und in welcher Reihenfolge der erzeugte Strom fließen soll.
  • Typischerweise erfolgt die Verteilung in folgender Reihenfolge: Zunächst wird der Haushalt versorgt, anschließend der Stromspeicher geladen, danach die Wallbox bedient und schließlich wird überschüssiger Strom ins Netz eingespeist. Diese Priorisierung lässt sich in wenigen Sekunden per App oder Webbrowser anpassen.
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